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Interfakultäre Koordinationsstelle für Allgemeine Ökologie (IKAÖ)

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Wirtschaft im Wandel – Vom Wachstums- zum Nachhaltigkeitsparadigma

Was ist eine nachhaltige Wirtschaft und welchen Anforderungen soll sie genügen? Welche Möglichkeiten haben die unterschiedlichen staatlichen, privaten und zivilen Akteure? Wie unterscheidet sich eine nachhaltige Wirtschaft von der heutigen, hauptsächlich auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaft? Auf diese grundlegenden Fragen gibt es bis heute keine schlüssigen Antworten oder einfach anwendbare Patentrezepte, obwohl inzwischen praktisch überall – und meist in sehr beliebiger Interpretation – von Nachhaltigkeit die Rede ist. Gleichwohl sind alle Akteure und Akteurinnen gefordert, an Lösungen zu arbeiten. Keine Interessensgruppe kann die anstehenden Herausforderungen alleine lösen. Im Hinblick auf einen Wandel der Wirtschaft im Sinne Nachhaltiger Entwicklung sind neue Formen der Zusammenarbeit, Fördermöglichkeiten und Anreizsysteme angesagt!

In diesem Modul wird Ihnen bewusst, dass sich Nachhaltigkeit letztlich nicht an bestimmten Indikatoren und Technologien festmachen lässt. Die Dynamik zwischen staatlichen Massnahmen, Konsumbedürfnissen, Ressourcenfragen, Menschenrechten etc. bestimmt, ob und auf welche Weise eine Wirtschaft sich in Richtung Nachhaltigkeit bewegt. Nur auf grüne Technologien zu setzen greift zu kurz, solange die Wirtschaft durch ein einzig auf traditionellen ökonomischen Kriterien beruhendes Wachstumsparadigma dominiert wird.

Sie lernen den Zustand der Wirtschaft auf globaler und nationaler Ebene aus dem Blickwinkel einer Nachhaltigen Entwicklung kennen und entwickeln ein Verständnis für verschiedene Abhängigkeiten. Sie befassen sich mit der grundlegenden Funktionsweise der heutigen Wirtschaft und erkennen, warum die Wirtschaft so stark auf das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts und des kurzfristigen Unternehmensgewinns ausgerichtet ist. Ihnen wird klar, warum sich diese Wirtschaft mit der Nachhaltigkeit schwer tut und weshalb ein Wachstum des materiellen Wohlstands nicht mehr unbedingt eine weitere Zunahme des subjektiven Wohlbefindens in der Bevölkerung bewirkt. Gleichzeitig erkennen Sie, welche Einflüsse die Endlichkeit natürlicher Ressourcen auf die wirtschaftliche Nachhaltigkeit hat. Good-Practice-Beispiele zeigen Ihnen, dass eine nachhaltige Wirtschaft den Menschen durchaus ein zufriedeneres Leben ermöglichen, den Umgang mit natürlichen Ressourcen verbessern und gleichwohl Arbeitsplätze schaffen und Einkommen generieren kann. Internationale und nationale Regelwerke sowie institutionelle Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wirtschaften werden vorgestellt. Sie lernen verschiedene Ansätze auf Makro-, Meso- und Mikroebene kennen, die zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise führen
(z. B. Green Growth, Postwachstumsgesellschaft, freiwillige private Nachhaltigkeitsstandards, Cradle to Cradle) und können deren Praktikabilität, Wirksamkeit und Konsequenzen abschätzen. Sie lernen von Erfahrungen in verschiedenen Unternehmen und Ländern und erarbeiten mögliche Zukunftsszenarien.

Kursdaten: 5./6. November 2014
Modulverantwortliche: Dr. Jürg Minsch, minsch sustainability affairs; Hans-Peter Egler, SECO
Anmeldeschluss: 24. Oktober 2014

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